Wer den im Jahr 2000 geschaffenen "Bodenseepfad" entlang der Uferpromenade in Romanshorn aufsucht, findet unter den zwölf Stationen eine Schautafel, welche die Bedeutung des Bodensees als grösster europäischer Trinkwasserspeicher beeindruckend demonstriert: mit Versorgungsnetzen für gegen 5 Millionen Einwohner nach Nord und Süd. In den vergangenen 30 Jahren wurden über 8 Milliarden Franken in die Verbesserungsmassnahmen an Wasserkläranlagen investiert - mit gutem Erfolg. Um das Bewusstsein bei der Bevölkerung für dieses lebenswichtige Reservoir mit annähernd 50 Kubikkilometern Wasser zu fördern, wurde am nördlichen Ufer der «Regionaltag Wasser» ins Leben gerufen. Dies in der Absicht, ihn mit Hilfe der Internationalen Gewässerschutzkommission (IGKB) grenzübergreifend durchzuführen.

Die Oberfläche eines Sees lässt nicht erahnen, welche Bodenlandschaft, Berge und Täler, sich darunter verbergen. Durch die Tiefenvermessung mit Echolot werden heute aufschlussreiche Daten gewonnen, um daraus detaillierte Karten von Meeresböden herzustellen.

Dort, wo wir das Gelände sehen können, sind uns Karten mit Höhenkurven eine gewohnte Chiffrierung für die Landschaftsvorstellung. Aber bei Meeres- und Seeböden? Das Topographie-Hologramm ermöglicht es, sie im Überblick (anders kaum in dieser Art machbar) lebhaft plastisch wahrzunehmen.

Der See hat Charakter, ein Gesicht. Und, er ist noch grösser, als man ihn sich bisher vorstellte. «Sonst», so schreibt der Journalist Peter Stamm,«sind Seen in den Beschreibungen 'lieblich', sind 'Spiegel', deren Wellen 'plätschernd an lauschige Ufer' schlagen. Was selten geschildert wird, und doch alle Seen verbindet, ist ihre Flachheit. Und genau da liegt die Schwierigkeit. Die Topografie der Seen findet unter dem Wasser statt, dort haben auch sie Täler und Hügelketten, ihre Steilhänge und Felswände, haben an den tiefsten Stellen sozusagen umgekehrte Gipfel. Immerhin 254 Meter tief ist jener des Bodensees. Doch wird er, wenn überhaupt, nur von Tauchern besucht. So sehr der See das Ufer braucht, das ihn begrenzend erst ausmacht, so sehr braucht das Ufer den See: Er prägt sein Klima, macht es zur Grenze, an der man naturverbunden gerne verweilt.»

 
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Bodensee